Foodtruck eröffnen in der Schweiz: Schritt für Schritt
Einzelunternehmen, AHV, MWST, Anhänger, Führerausweis, Gas und Bewilligungen: die sieben Schritte bis zum ersten Verkauf in der Schweiz, jeder mit amtlicher Quelle.
Romain BarreauGründer von Food Truck Store · 3 Min. LesezeitEinen Foodtruck in der Schweiz eröffnen und sich damit selbstständig machen: Das geht in sieben Schritten, von der Rechtsform über AHV und MWST bis zu Anhänger, Führerausweis, Gas und Bewilligungen. Hier finden Sie jeden Schritt auf einen Blick, mit amtlicher Quelle und Links zu unseren Ratgebern.

Die Rechtsform: Einzelunternehmen.
Die häufigste Rechtsform der Schweiz lässt sich fast ohne Formalitäten gründen und braucht kein Mindestkapital, wie das KMU-Portal des Bundes festhält.
- HandelsregisterEintrag beim kantonalen Handelsregisteramt: Pflicht ab 100’000 Franken Umsatz im letzten Geschäftsjahr, darunter freiwillig (OR, Art. 931).
- HaftungFür Schulden des Unternehmens haften Sie unbeschränkt mit Ihrem Privatvermögen.
- SteuernDer Gewinn wird mit Ihrem Einkommen besteuert, ohne die Doppelbesteuerung einer Kapitalgesellschaft.

AHV: Beiträge als Selbstständigerwerbende.
Die Beiträge an AHV, IV und EO tragen Sie allein: 10 % des Erwerbseinkommens, bei tieferen Einkommen weniger. Gegen Arbeitslosigkeit sind Sie nicht versichert, gegen Unfall nicht obligatorisch (Merkblatt 2.02).
- Antrag stellen
Bei einer AHV-Ausgleichskasse, die entscheidet, ob Sie als selbstständigerwerbend gelten.
- Akontobeiträge zahlen
Die Ausgleichskasse setzt sie nach Ihrem geschätzten Jahreseinkommen fest, bezahlt wird vierteljährlich.
- Definitive Abrechnung
Nach Ihrer Steuerveranlagung erstattet die Kasse die Differenz oder stellt sie in Rechnung.
MWST: 2,6 oder 8,1 %.
Steuerpflichtig werden Sie ab 100’000 Franken Umsatz pro Jahr (MWSTG, Art. 10). Dann gilt: 2,6 % für Take-away, 8,1 % mit Tischen oder Stehtischen für Ihre Gäste und immer für Alkohol (Art. 25).
Take-away über den Tresen: reduzierter Satz von 2,6 %.

Der Anhänger: Preis, Zoll, Kontrollschild.
Die Preise beginnen bei 11’500 € netto, ohne Schweizer MWST und Einfuhrkosten. Bei der Einfuhr zahlen Sie 8,1 % MWST, Zoll fällt keiner an: Details in unseren Ratgebern zu Kosten und Import.
- Zollanmeldung
Bei der Zollstelle, selbst oder über eine Zollagentur, die Ihnen die Abgaben in der Regel weiterverrechnet.
- Prüfungsbericht 13.20 A
Die Zollstelle stellt ihn als Nachweis der Verzollung aus.
- Strassenverkehrsamt
Dank COC ohne Schweizer Typengenehmigung: Das kantonale Amt prüft den Anhänger, danach lösen Sie ihn ein.

Führerausweis: B oder BE.
Massgebend sind das Gesamtgewicht des Anhängers und das Gesamtzugsgewicht (VZV, Art. 3), immer im Rahmen der Anhängelast Ihres Autos. Jeden Fall erklärt unser Ratgeber zur Kategorie B oder BE.
- 750 kgAIR 220: Kategorie B genügt
- 3500 kgGesamtzugsgewicht höchstens: Bis dahin ziehen Sie auch den BOLD 270 mit Kategorie B
- BEdarüber, für den BOLD 270
Gas und Strom.
Den Gasflaschenkasten gibt es als Option für alle Modelle. Die Gasinstallation übernimmt ein Fachbetrieb in der Schweiz, geprüft wird sie vor der Inbetriebnahme und periodisch (EKAS). Mehr im Ratgeber Gas.
230 V, zwei Einspeisungen, zwei Stromkreise: Schliessen Sie beide an.


Verkaufen: die Bewilligungen.
Je nach Standort haben Kanton und Gemeinde mitzureden. Unser Ratgeber erklärt jeden Schritt im Detail.
- KantonSie brauchen eine Bewilligung für das Gewerbe der Reisenden, wenn Sie ab Fahrzeug verkaufen (RGG, Art. 2); für Lebensmittel zum sofortigen Verzehr entfällt sie (RGV, Art. 4).
- KantonschemikerIhre Tätigkeit mit Lebensmitteln melden Sie der kantonalen Vollzugsbehörde (LGV, Art. 20).
- GemeindeBei ihr fragen Sie einen Standplatz auf öffentlichem Grund an; auf Privatgrund braucht es die Zustimmung des Eigentümers.
- FestivalsDie Streetfood Festival Tour macht 2027 in 20 Schweizer Städten Halt; Foodstände melden sich online an.
Häufige Fragen.
Noch Fragen? Food Truck Store hilft Ihnen weiter ›Ja, sobald Ihr Einzelunternehmen im letzten Geschäftsjahr mindestens 100’000 Franken Umsatz erzielt hat (Obligationenrecht, Art. 931). Darunter ist der Eintrag freiwillig.
Laut ESTV ist das Ablagebrett, über das Sie die Bestellung reichen, keine Konsumvorrichtung: Ohne Tische oder Stehtische versteuern Sie Take-away zum reduzierten Satz von 2,6 %. Aus dem Beleg muss hervorgehen, dass es um Take-away geht (MWST-Branchen-Info 08).
10 % des Erwerbseinkommens für AHV, IV und EO, mit einer sinkenden Skala für tiefere Einkommen; der Mindestbeitrag beträgt 530 Franken im Jahr (Merkblatt 2.02, Stand 1. Januar 2026).
Ab 11’500 € netto, ohne Schweizer MWST und Einfuhrkosten. Die MWST von 8,1 % wird bei der Einfuhr auf dem Preis und den Kosten bis zum Bestimmungsort berechnet. Beim Essentiel AIR 220 sind das 932 € allein auf dem Anhängerpreis. Preis und Termin der Lieferung stehen in Ihrer Offerte.
Keine kantonale Bewilligung für das Gewerbe der Reisenden: Märkte, die die Behörde ansetzt, sowie Messen und Ausstellungen sind davon ausgenommen (RGG, Art. 3). Ihren Platz müssen Sie trotzdem beantragen.


Von Romain, Gründer 
